Geschichte & Sozialkunde

Kinder und Jugend im Wandel der Zeit

Wir, die Klasse 7c, besuchten am Mittwoch den 22.09.2010 das Erlanger Stadtmuseum. Dort zeigte uns unsere Führerin Christine Brehm ein Plakat zu dem Thema Kinder und Jugend im Wandel der Zeit. Darauf waren zwei Bilder zu sehen: Auf beiden waren Kinder abgebildet. Eines der Bilder war vor 100 Jahren aufgenommen worden und das andere vor kurzem. Wir stellten viele Unterschiede fest und dann erzählte uns Frau Brehm, dass vor 100 Jahren Jungen bis zu ihrem sechsten Lebensjahr Mädchenkleider trugen. Weil es zum einen praktischer war, die Kinder zu wickeln und zum anderen aus Kostenersparnis. Außerdem wurden die Kinder reicher Leute wie Erwachsene dargestellt. Uns wurde auch eine Puppenküche gezeigt, mit der nur Mädchen spielen durften, um sich auf das spätere Hausfrauenleben vorzubereiten. Jungen reicherer Familien spielten nur mit Burgen, da sie später kämpfen sollten. Jungen und Mädchen der armen Familien mussten ihren Eltern auf den Feldern und in der Küche helfen.

Bis in die 1960er Jahre sind Kinder viel häufiger gestorben, weil es auch gegen einfache Kinderkrankheiten wie z. B. Scharlach keine effektiven Heilmittel gab. In Dörfern gab es fast nie einen Arzt und in Städten selten Krankenhäuser. Wenn eine Familie zum Beispiel sechs Kinder hatte, sind oft nur drei erwachsen geworden. Aus diesem Grund haben die Leute mehr Kinder bekommen. Oft sind auch die Mütter bei einer Geburt ums Leben gekommen. Aber auch damals trauerten die Eltern um ihre Kinder. Wir bekamen als Beispiel den Fall eines Professors aus Erlangen vorgestellt, dessen Kinder beide an Scharlach gestorben waren. Um seine Trauer zu verarbeiten, schrieb er traurige Lieder und Gedichte. Wir haben Auszüge anhören können.

Lange Zeit war es Mädchen verboten ein Gymnasium zu besuchen. Nur zehn Prozent aller Jungen machten Abitur. Die restlichen fingen mit 13 an zu arbeiten. Entweder man machte eine Lehre oder man ging in die Fabrik. Die Mädchen mussten ihrer Mutter im Haushalt helfen.

Die Schulranzen waren damals noch Taschen aus Leder (Mädchen hatten eine Schnalle, die Jungs zwei). Bei jüngeren beinhaltete die Tasche eine Schiefertafel und einen Griffel und bei älteren eine Feder, Tintenfässchen und Pergament. Die Lehrer legten großen Wert auf die Schrift, die anders war als unsere heute. Hatte sich ein Schüler unartig verhalten, wurde er mit dem Rohrstock bestraft. Jungen wurde der Hintern „versohlt“ und Mädchen auf die Finger geschlagen. Eine Klasse beinhaltete zirka 40 Kinder. Wir durften ausprobieren, mit Griffel und Schiefertafel zu schreiben, und uns wurde die alte Schrift gezeigt. Einige Buchstaben ähneln unseren heutigen Buchstaben, andere wiederum unterscheiden sich stark von den heute gebräuchlichen.

Nach dem Besuch in dem rekonstruierten Klassenzimmer verabschiedete sich Frau Brehm und wir durften uns in einer Ausstellung, die von Jugendlichen gestaltet worden war, eigenständig umsehen.

Die Ausstellung war sehr interessant und lehrreich. Uns hat es sehr gut gefallen.

 

Lisa Wimmers und Alena Gallmetzer (Klasse 7c)

Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsradikalismus bekämpfen“

Im Februar war im Gebäude des Herder-Gymnasiums eine Wanderausstellung zum Thema „Demokratie stärken – Rechtsradikalismus bekämpfen“ zu sehen. Zur Eröffnung hielt Dr. Angersdorfer, einer der Mitgestalter der Ausstellung, vor Schülern der Oberstufe einen Vortrag zum Thema „Rechtsradikalismus in Bayern“. In ihren einführenden Worten betonten sowohl Schulleiterin Rall-Weiß als auch Stellvertretender Landrat Lang die Wichtigkeit der Erziehung der Jugend zu Toleranz, demokratischem Bewusstsein und Zivilcourage. Die Ausstellung füge sich, so Rall-Weiß, dabei nahtlos in eine Reihe von Projekten wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ oder auch „Woche der Höflichkeit“, die zuletzt am Herder-Gymnasium stattfanden und ähnliche Erziehungsziele verfolgten. Detlef Staude als Vertreter des die Ausstellung koordinierenden Regionalbüros Regensburg der Friedrich-Ebert-Stiftung verwies darauf, dass jede Generation es wieder von Neuem lernen muss, welch wertvolles Gut die Demokratie ist und dass es sie zu schützen gilt. Leider, so Staude weiter, hätten jedoch auch die Rechtsextremen erkannt, dass Heranwachsende in ihrer Beziehung zur Demokratie noch zu formen seien, weshalb gerade sie im Fokus ihrer propagandistischen Bemühungen stehen.Diesen Gedanken griff der Referent Dr. Angersdorfer in seinem Vortrag erneut auf. Indem er in der Folgezeit einige der mehr oder weniger getarnten Versuche der Rechtsextremen, ihr gefährliches Gedankengut zu verbreiten, erläuterte, versuchte er die Schüler dafür zu sensibilisieren, den rechtsextremen Werbungsversuchen zu widerstehen und couragiert entgegenzutreten. Bei den in einigen Landtagen schon vertretenen Parteien wie der NPD sei, so Angersdorfer, zuletzt die Tendenz zu beobachten, sich der Logos oder Symbole anderer, etablierter und gemäßigter Parteien zu bedienen, um sozusagen unter einem demokratischen Deckmantel agieren zu können. Er veranschaulichte seine Ausführungen mittels eines NPD-Flyers zur Agrarpolitik, den eine große Sonnenblume – Inbegriff grüner Symbolik – zierte. Der verborgenen Weitergabe rechtsradikaler Botschaften diene laut Angersdorfer auch die Verwendung von Zahlensymbolen (88 für Heil Hitler, 18 für Adolf Hitler) auf Auto-Kennzeichen und T-Shirts sowie die Hinwendung zu einer nordischen Esoterik (Runenzeichen, Bezüge zur germanischen Götterwelt), die neben der zu erwartenden antisemitischen auch oftmals eine antichristliche Stoßrichtung hat. Offener in ihrer Propaganda, so der Referent weiter, sind häufig rechtsextreme Musikgruppen, deren Namen wie Kruppstahl oder Stoßtrupp schon keinen Zweifel an ihrer Gesinnung ließen. Anhand einiger Beispiele aus den Textzeilen verdeutlichte Angersdorfer die oft menschenverachtenden Inhalte ihrer Songs, die man jedoch aufgrund der eingängigen Melodien oft erst bei mehrfachem Hinhören versteht. Hier – wie auch in den anderen genannten Bereichen – gilt es also, so die abschließende Botschaft des Referenten, wachsam zu sein und den Anfängen zu wehren.

Fächerübergreifende Ausstellung zum Thema „Globalisierung“

„Let’s make money“, dieser Film mit dem bezeichnenden Titel wurde als Startschuss eines von Gabriele Nägel initiierten fächerübergreifenden Projektes genutzt um die Schüler auf die kommende Diskussion und Erarbeitungsphase einzustimmen. Der Film führte den Schülern verschiedener Jahrgangsstufen bildlich die ausufernden Züge der modernen Globalisierung und Finanzwirtschaft vor Augen: ausgebeutete Baumwollfarmer Afrikas, ….

Am Ende des Films stand schließlich die Frage „Ist die Globalisierung nun ein alter Hut oder Produkt der Moderne?“ Bei der Beantwortung dieser Frage wurde viel Wert auf die historische Bedeutung und Entwicklung des Phänomens der Globalisierung gelegt. Die Revolutionierung des Buchdrucks durch Johannes Guttenberg, die großen Entdeckungsreisen von Columbus odere Vasco da Gama und in heutigen Tagen die Nutzung des Internets forcierten und forcieren den Trend zur internationalen Verflechtung. Zweifellos hat in diesen Fällen die Globalisierung positive Entwicklungsschübe für der Geschichte der Menschheit bedeutet.

Dachaufahrt am 24.10.2007

Dachau sollte nicht von Anfang an als KZ-Lager dienen: zuerst sollte es als eine Erweiterung für ein bestehendes Gefängnis genutzt werden, da die üblichen Gefängnisse überfüllt waren. Das Grundstück war sehr geeignet für solch ein Vorhaben, da es früher ein Fabrikgelände war, welches lediglich leer stand und sich im Staatsbesitz befand. Erst ab dem 2. Mai 1933 wurden nach Dachau Häftlinge gebracht.
Der Wachturm fungierte als Eingang und war gleichzeitig das Büro der SS. Über dem Eingang hing auch das berühmte Hitler-Zitat : „Arbeit macht frei!",denn man sagte zynisch, wer im KZ-Lager gut arbeiten würde, hätte die Möglichkeit irgendwann frei zu kommen.
Ein wichtiger Teil im Lager war der Appellplatz, der ziemlich weiträumig war. Die Gefangenen verbrachten dort in Reih und Glied stehend oft mehrere Stunden am Tag, denn morgens und abends mussten sie zur Abzählung antreten, was sehr lange dauerte und morgens zwischen 5 und 6 Uhr statt fand. Des Weiteren wurde der Platz auch zur Demütigung der Gefangenen und Unterhaltung der Wächter genutzt, die manchmal, wenn ihnen langweilig wurde, die Gefangenen zum Singen aufforderten. Außerdem mussten diese die Mützen bei der Abzählung ausziehen, was bei der Kälte sehr gesundheitsschädigend war. Wenn einem Häftling die Flucht glückte, führte das dazu, dass alle Häftlinge z.B. mitten in der Nacht bis zum Morgengrauen sich auf dem Appellplatz versammeln mussten und ihre Mützen und Mäntel ablegen sollten. Dieses führte zu diversen Erkrankungen und schließlich zu vielen Todesfällen, da z. B. im Winter draußen sehr niedrige Temperaturen vorherrschten.
Früher standen im KZ 17 Baracken, wovon heute nur noch 2 nachgebaut wurden. Jede Baracke, die drei Mal am Tag geputzt werden musste, war für 200 Mann bestimmt. Während des Krieges mussten jedoch 800 - 1000 Mann in einer Baracke leben.
Zur NS-Zeit besuchten bereits viele, unter anderem auch Prominente, Dachau , sogar Hitler selbst war da. Nach außen hin sollte Dachau kein negatives Bild abgeben. Doch trotzdem bekam schon vor dem Krieg Dachau einen schlechten Ruf. Man sagte: „Halts maul, sonst kommst nach Dachau!", und sogar kleine Kinder konnte man mit „Dachau" einschüchtern.
Wenn man als Häftling in sogenannter Schutzhaft nach Dachau kam, wurde man erst mal geschoren, desinfiziert, und anschließend musste man duschen und seine Kleider abgeben und die vorgegeben „Uniform" anziehen, welche weiß-blau gestreift war. Danach hatte man das Bett aufzubauen und den Spint einzuräumen. Jeden Morgen, wenn man dies nicht schnell genug schaffte, bekam man Prügel oder eine Meldung. Dies war jedoch die mildeste Strafe.
Die drei bekanntesten und brutalsten Strafen waren:

  • 1. das Baumhängen, wobei man mit an den Händen gefesselt an einem Baumstamm so aufgehängt wurde, das dem Häftling nach kurzer Zeit die Schultergelenke ausgereckt wurden, was schreckliche Schmerzen und häufig den Tod zur Folge hatte ;
  • 2.Man wurde auf einen Bock gefesselt und öffentlich mit einem Ochsenzimmer ausgepeitscht. Die Schlagstöcke wurden vorher ins Wasser getaucht, damit sie sich auch richtig festsaugen konnten und dadurch schwerer wurden. Dabei geschah es, dass die Haut des Gefangenen aufplatzte oder die Nieren, die sehr empfindlich sind, beschädigt wurden. Dies führte sogar manchmal zum Tod;
  • 3.Einsperren im sog. Bunker , was die schlimmste Strafe war, denn man wurde im Dunkeln tagelang, manchmal auch monatelang inhaftiert und man bekam nur jeden vierten Tag was zum Essen. Man wollte so den Häftling zum Selbstmord treiben, was oft klappte. Auch Verhöre durch die Gestapo fanden im Bunker statt.

Menschen, die nicht arbeitsfähig waren und nach NS-Meinung unnütz waren , wurden vergiftet, erschossen oder zur Vergasung in andere Lager verlegt. In Deutschland selbst wurden ca. 200 000 Menschen vergast. Dies geschah jedoch nicht in Dachau, denn obwohl dort eine Gaskammer erbaut wurde, kam sie nie zum Einsatz. Der Grund ist bis heute unklar. Es gab auch eine Stehzelle, die 70 x 70 cm groß war, und in der kein Stuhl oder Hocker vorhanden war. In dieser konnte man auch tagelang eingesperrt werden , was besonders physisch sehr anstrengend war.
Dachau war nicht wie viele denken ein KZ primär für Juden. Die Menschen waren hier meistens aus anderen Gründen inhaftiert, was an der Häftlingskleidung durch Winkel sichtbar war :

  • Roter Winkel: Politischer Häftling (Sozialdemokraten, Kommunisten), was die Mehrheit der Häftlinge waren, deshalb wurde Dachau auch rotes Lager bezeichnet
  • Schwarzer Winkel: ''Assoziale'' ( Arbeitslose, Heimatslose)
  • Grüner Winkel: Berufsverbrecher (Vorbestrafte, Kriminelle)
  • Lila Winkel: Zeugen Jehovas, die sich widersetzten Wehrdienst zu leisten
  • Rosa Winkel: Homosexuelle, vor allem Schwule (sehr kleine Gruppe ca. 500 Mann)

Es gab auch sogenannte Sonderhäftlinge,zum Beispiel Tausende von Geistliche, besonders aus Polen.
1938,nach der Kristallnacht, kamen zu den 3000 Häftlingen nochmal 11000 hinzu, was zur totalen Überfüllung führte. Dachau hatte immer weniger Geld zur Versorgung der Insassen.
Ab Mitte 1941 wurden Kriegsgefangene und Juden als Arbeitssklaven in viele Außenlager verlegt, wo sie Bunker bauten und in der Rüstungsindustrie schuften mussten. Die Arbeitsbedingungen waren sehr schlecht, denn sie bekamen kaum zu Essen, mussten in katastrophalen Unterkünften hausen, was zu Krankheiten und Seuchen führte. Der Plan ''Vernichtung durch Arbeit'' ging auf.
Andere Vernichtungsmöglichkeiten waren Menschenversuche z.B. durch Dr. Rascher, der 150 Menschen auf dem Gewissen hat. Er tauchte Menschen zum Beispiel ins Kältewasser, um im Menschen vernichtenden Experiment zu erproben, wann die Häftlinge im Eiswasser verstarben. Die vielen Leichen wurden in vier Krematoriumsöfen verbrannt, die erst dann verloschen, als zum Kriegsende hin die Kohle aus ging.

Meike Posselt, Kateryna Stadnychenko, 10c

Hier noch ein paar Impressionen:

Jugendoffizier der Bundeswehr zu Gast im Herder-Gymnasium

Brauchen wir die NATO und die Bundeswehr überhaupt?

Die Europäische Union betrifft uns alle!

Mit eindringlichen und anschaulichen Worten vermittelte Jürgen Gmelch von der Pressestelle der regionalen Vertretung der Europäischen Union in München diese Erkenntnis bei einem Vortrag am Herder-Gymnasium. Interessiert verfolgten die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe die Ausführungen zu Geschichte, Funktionsweise und Chancen der Organisation und zeigten in einer engagierten Diskussion, dass die Betroffenheit bei ihnen auch angekommen ist!

Zur Galerie der Ausstellung am HGF: Fünfzig Jahre Römische Verträge – die EU heute

Augenzeugenbericht von Professor Bauer

MEMOIRS OF LUDWIG BAUER, Ph.D., PROFESSOR (EMERITUS)
THE DESTRUCTION OF THE JEWISH COMMUNITY OF FORCHHEIM (OBERFRANKEN) BAVARIA GERMANY
BEFORE THE OUTBREAK OF, AND DURING WORLD WAR 2
THE RAGE OF REICHSKRISTALLNACHT IN FORCHHEIM.
AN EYE–WITNESS ACCOUNT OF THE DESTRUCTION
OF THE SYNAGOGUE, NOVEMBER 9/10, 1938

 

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