Aufsätze

Parodien auf Märchen - Grundkurs Deutsch (Beer)

Im Rahmen des Unterrichts wurden verschiedene Texte aus der romantischen Epoche behandelt, z.B. "Heinrich von Ofterdingen" von Novalis (in Auszügen) und Exzerpte aus Tieck, E.T.A.Hoffmann und Eichendorff. Dabei wurde auch die Funktion des Kunstmärchens besprochen.

Daraus erwuchs die Idee, selbst Märchen zu verfremden, indem sie romatisch überhöht wurden. Einige der entstandenen Parodien sind hier zu finden. Der Grundkurs wünscht viel Freude bei der Lektüre.

Die abgedruckten Texte entsprechen nicht der Meinung und dem Gemütszustand des Kursleiters, sie geben die der Verfasserinnen und Verfasser wieder.

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Mein Bett kann fliegen

Um etwa 10 Uhr ging ich an einem Montagabend ins Bett. Ich war sehr müde und wäre normalerweise sofort eingeschlafen. Schnell zog ich mich um und legte mich ins Bett. Doch kaum lag ich in ihm, wackelte das ganze Bett! Ein Erdbeben? Auf keinen Fall, in Bayern gibt es doch kein Erdbeben. Erst jetzt bemerkte ich wie ich mich mit meinem Bett immer mehr vom Erdboden entfernte.

Verdattert hielt ich mich an der Bettkante fest und spähte unters Bett. Vor staunen klappte mein Mund auf, denn ich entdeckte, dass mein Bett flog! Jetzt richtete ich mich wieder auf, denn wir flogen auf mein großes geschlossenes Fenster zu! Geschickt öffnete ich es, dann flogen wir durch die Nacht.

Wir rasten auf ein neues merkwürdiges Hindernis zu.

Der Kirchturm! Wir werden an ihm hängen bleiben! Wie kann man das Bett steuern?

Vielleicht sollte ich mich an eine Bettseite hängen? Probieren kann doch nicht schaden!

Ich hielt mich an der Bettkante fest und lies mich mit klopfenden Herz an ihr baumeln, eine ruckhafte Bewegung des Bettes und ich verlor den Halt: Hhhiieellffeee! Rettet  mich! Ich schrie verzweifelt. Nun spürte ich den Aufprall.

Verschwitzt schreckte ich neben meinem Bettvorleger hoch.

Ich atmete auf:Zum Glück war dass nur ein Traum! Doch wo war mein Bett?

Ein kurzer Blick aus dem Fenster lies mich erstarren, an dem Kirchturm hing doch tatsächlich mein Bett.

F. S.

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Hilfe, ich habe mich in eine Maus verwandelt!

Als ich gerade auf dem Weg in die Stadt war, überlegte ich mir: Was soll ich mir von den gesparten 10 Euro kaufen? Ein schönes T-Shirt? Einen neuen Rock? Oder etwas zu naschen?

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Projekt Fantasiegeschichte

Die 6. Klasse von Herrn Wendland hat in einigen Unterrichtsstunden Fantasiegeschichten verfasst.

 Anschließend bewertete diese Texte der Deutsch LK und legte drei Gewinner fest, welche unten aufgeführt sind.

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Die Prinzessin

Das ganze Theater fing vor genau einer Woche, 12 Stunden, 54 Minuten und 27 Sekunden an. Ich war unten beim Essen gewesen, als die Burgherrin Mamotza eintrat. Sie fing sofort an zu schimpfen „ Ach je, ach je, ihr Kleid ist ja ganz verknittert! Dabei habe ich der Hoheit König Frumzinus doch versprochen aus seiner Tochter, Ihnen Prinzessin Alapa, eine anständige junge Dame zu machen! Ich rollte mit den Augen. Die Burgherrin regte mich so auf, dass ich hätte losbrüllen können. Und wenn das vorkam, musste etwas wirklich sehr aufregend sein. Außerdem nervte mich das königliche Benehmen meines Vaters, denn er wollte aus mir eine feine junge Dame machen. Ich aber wollte viel lieber Ritter, oder besser gesagt, Ritterin werden. Burgherrin Mamotza maulte immer noch vor sich hin:„So eine schlampige junge Prinzessin habe ich noch nie erlebt!“

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Mein schönstes Weihnachtserlebnis

Heute war Mutter mit mir in die Stadt gegangen. Wir liefen an unzähligen Geschäften vorbei, bis wir am Weihnachtsmarkt ankamen. Ich schaute wie verzaubert die vielen Spielsachen an. Plötzlich sagte meine Mama zu mir: "Ich muss noch etwas kaufen. Bleib" hier stehen!" Ich nickte und schaute weiter die Sachen im Schaufenster an. Ach, diese Puppe, sie reizte mich sehr. Die Leute standen an Glühweinständen und keiner war in meiner Nähe. Manche liefen einfach nur herum und taten gar nichts. Wieder andere huschten schwer bepackt über den Platz. Plötzlich erschrak ich, ein großer dunkler Schatten klebte an der Scheibe. Ich drehte mich blitzschnell um, denn mir war mulmig zumute. Vor mir stand ein alter Mann. Sein Mantel war zerschlissen. Da kam meine Mutter aus dem Geschäft. Erleichtert rannte ich zu Ihr. Gemeinsam schlenderten wir zu meiner Großmutter. Ich erzählte meiner Mama: “Vor dem Geschäft wo ich gestanden bin, war ein alter Mann". Mir gingen die Bilder durch den Kopf. Dann berichtete ich weiter: "Im Schaufenster saß eine wunderschöne Puppe. Die möchte ich haben!" Mutter lachte und meinte: "Man kann nicht alles haben".
Als wir bei Oma ankamen und ich klingelte, dachte ich daran dass morgen Weihnachten war. Aber ich überlegte auch, ob der Mann auch Weihnachten feiern könne. Da öffnete sich die Tür und Großmutter stand im Türrahmen. Sie drückte mich und staunte: "Malena, du bist aber groß geworden!" Wir verabschiedeten uns von Mama und ich hüpfte in Großmutters Küche. Oma holte aus dem Kühlschrank Teig, und wir fingen an zu backen. Als wir zwei Bleche voll Pfefferkuchen hatten, schob Oma sie in den Herd. Wir räumten den Tisch ab und deckten ihn. Als die Pfefferkuchen fertig waren, holte Großmutter sie vorsichtig heraus. Und als sie abgekühlt waren verzierten wir sie. Die Kekse wurden wunderschön. Danach holten wir den Christbaumschmuck vom Speicher. Ich entdeckte eine Spieluhr mit einem Engel oben drauf. Aber mir fiel auf, dass der Engel keine Flügel hatte. Und so fragte ich Oma: Warum hat denn der Engel keine Flügel?" Oma antwortete erstaunt: "Aber Malena weist du denn nicht, dass Engel keine Flügel haben?" Ich wusste das natürlich nicht.
Am nächsten Tag wachte ich früh auf. Sofort hatte ich eine Idee. Ich holte alle Engel aus Pfefferkuchen und wickelte sie ein, dann schlüpfte ich in meine Schuhe und rannte zum Park. Als ich dort ankam sah ich schon den alten Mann. Mein Herz klopfte bis zum Hals, aber dann rannte ich zu ihm, legte ihm das Päckchen auf den Schoß und stürmte davon. Als ich bei Oma ankam, war ich völlig außer Puste. Ich schloss auf, ging in die Küche, deckte den Tisch und weckte Oma. Als wir am Abend den Christbaum schmückten meinte Oma: "Hatten wir nicht auch Engel?" Ich wurde verlegen, aber dann erzählte ich alles. Oma hörte gespannt zu.

Am Schluss sagte sie zu mir: "Das war sehr lieb von dir! Sie nahm mich in den Arm und drückte mich ganz fest. Dann holte sie die Spieluhr mit dem Engel und schenkte sie mir. Ich freute mich sehr. Das war das schönste Weihnachten was ich je erlebt hatte.

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