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Die Geschichte des Herder-GymnasiumsIn Forchheim wurde 1899 das heutige Herdergymnasium (Luitpoldstr. 1) als Progymnasium gegründet, doch war es zunächst im Kloster untergebracht. Wenige Jahre später (1903/1904) wurde in der Luitpoldstraße für das Gymnasium ein eigenes Haus im Stil der sog. "deutschen Renaissance" (auch: Neurenaissance) errichtet, ein Prachtbau (Architekt Fritz Walter) mit eindrucksvollem Steinbalkon, an dessen Hintergrundfassade - quasi als eine Art Stadtprogramm - drei Sandstein-Skultpturen angebracht sind. Es handelt sich um Darstellungen von Karl dem Großen, Fürstbischof von Bebenburg und in der Mitte Prinzregent Luitpold. Damit werden zunächst die für Forchheim wichtigsten drei Epochen zum Ausdruck gebracht, nämlich das Königsgut (805-1007), die Zugehörigkeit zum Hochstift Bamberg (1007-1803) und später zu Bayern (ab 1803). Fürstbischof von Bebenburg hat natürlich zum Gymnasium noch einen besonderen Bezug, da er 1354 die Lateinschule des Kollegiatstifts St. Martin ins Leben rief, gewissermaßen die hiesige Vorläuferin des Gymnasiums. Aus historischer Sicht wäre er ein würdiger und authentischer Namenspatron dieser Schule gewesen, doch entschied man sich für den Schriftsteller und Literaturkritiker Johann Gottfried Herder (1744-1803), einem gebürtigen Ostpreußen, der als Begründer der sog. "Geniezeit" (ca. 1770 - 1780) gilt. Ebenso steht auch Luitpold nicht nur für Bayern, sondern zugleich als der Regent, unter der Schulgrundung und Schulbau erfolgten. Eine Benamung nach ihm wurde nicht gestattet, da es in München bereits ein Luitpold-Gymnasium gab bzw. gibt. Mit dem Progymnasium entstand auch die zugehörige Turnhalle. Bemerkenswert ist, dass an ihrem Ostabschluss drei Wappensteine der ehemaligen Neuwerkbastion am abgebrochenen Südwestteil der Festungsmauer eingelassen wurden; sie stammen aus dem 17. Jh. Die Einbeziehung dieser Denkmale in den Bau ist bezeichnend für die Bauepoche jener Zeit um die Jahrhundertwende, den Historismus, der die großen Stile der Kunstgeschichte rezipierte: Gotik, Renaissance, Barock. Quelle: Forchheimer Stadtanzeiger Nr. 22/98
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