Das Schulpartnerschafts-Projekt MEETING POINT OF DIFFERENT CULTURES

Fünf Schulen aus fünf Ländern gemeinsam in einem Projekt – wie funktioniert das? Innerhalb des COMENIUS-Projekts bekommen die Schüler und Lehrer des HGF in diesem und im nächsten Schuljahr die Möglichkeit, durch die Begegnung mit Menschen in vergleichbaren Situationen zahlreiche wichtige Erfahrungen zu sammeln. Die Idee dahinter entstammt dem Programm für Lebenslanges Lernen der Europäischen Union und wird von selbiger großzügig gefördert.

Gruppenfoto vor dem Schloss in Austerlitz

 

Fünf Schulen haben sich zusammengetan, um sich über den Zeitraum von zwei Jahren intensiv auszutauschen und zielgerichtet zusammenzuarbeiten, unter anderem zum Zwecke eines genaueren Blicks auf die für den europäischen Raum charakteristische kulturelle Vielfältigkeit. Gerade in Zeiten, in denen innerhalb Europa vor allem die wirtschaftlichen Unterschiede im Vordergrund zu stehen scheinen, bekommt die Suche nach gemeinsamen Nennern z.B. im Rahmen von Schüleraustauschprojekten eine besondere Bedeutung.

 

Am HGF wurde bereits seit Beginn des letzten Schuljahres an der Verwirklichung einer gemeinsamen Idee gearbeitet, wobei zunächst Partnerschulen gefunden werden mussten. Bis Februar 2011 waren die  Diskussionen um Ziele und Vorgehensweisen abgeschlossen und im Juli wussten wir endlich: Die gemeinsame Bewerbung war erfolgreich.

 

Bereits im März 2012 bekommen wir Besuch von zahlreichen Schülern und Lehrern von allen beteiligten Schulen des Projekts. Dabei wollen wir nicht nur unsere Schule, die Stadt und die Region vorstellen, sondern auch gemeinsam einen Blick auf wichtige Ereignisse unserer jüngeren Geschichte werfen. Abstrakte Begriffe wie Toleranz, Aufgeschlossenheit oder kulturelle Vielfalt sollen durch diesen ‚learning by doing’-Ansatz erfahren werden, nicht zuletzt mit der Absicht langfristiger Friedenssicherung. Neben verbesserten sozialen Fertigkeiten und Sprachkenntnissen ergeben sich auch Freundschaften und nicht zuletzt ein veränderter Blick auf das eigene Land, die eigene Kultur und Herkunft. Konkret werden dazu passend zur Jahreszeit Nationalfeiertage oder religiöse Feste begangen und ihre Geschichte beleuchtet. Dabei werden Wörterbücher und später auch ein gemeinsamer Kalender erarbeitet und regelmäßig werden im Online-Schülermagazin englische Schülertexte veröffentlicht.

Vor dem Friedensdenkmal in Austerlitz

 

Die französische Schule liegt in DONNEMARIE DONTILLY, eine gute Stunde südöstlich von Paris entfernt, die italienische ist in PESCARA, eine Stadt an der Adriaküste auf der Höhe von Rom. Die spanische Partnerschule befindet sich in MARTORELL, 30 km von Barcelona entfernt, von der tschechischen Schule, sie liegt südlich von Brno (Brünn), ist es nicht mehr weit nach Wien. Der Besuch bei letzterer fand bereits im November statt und war ein großer Gewinn für alle Beteiligten. Wir konnten dort unter anderem miterleben, wie sonst eher von Rockmusik begeisterte Jugendliche mit größtem Vergnügen althergebrachte Kirchweihtänze erlernten und freudestrahlend mährische Volkslieder sangen. Eine enge Verwandtschaft zu in Süddeutschland, Schweiz, Österreich und Slowenien verbreiteten Ländlertänzen wurde schnell offenbar. Lehrer waren natürlich vom unerwarteten Tanzunterricht nicht ausgenommen. Es wurde sich aber auch ausgiebig geschichtlichen Themen gewidmet, einen Vormittag lang ging es um die Ereignisse im Zuge der Samtenen Revolution in Tschechien 1989, ein Nachmittagsausflug ging nach Austerlitz, wo 1805 Napoleon in der Dreikaiserschlacht siegte. Vor Ort gibt es neben einem Friedensdenkmal ein Museum, das dem Besucher die historischen Ereignisse in beeindruckender Weise nahezubringen vermag, das Interesse nicht nur des französischen Teils der Schülergruppe war eindrucksvoll.

Wanderung zur Bergkapelle oberhalb von Klobouky

 

Da wir als Nächstes Besuch von den anderen Schulen bekommen, wird derzeit intensiv an den Programmpunkten bei uns gearbeitet, selbstverständlich wird es einen Besuch im Dokumentationszentrum in Nürnberg geben. Jede Schule ist in den zwei Jahren des Projekts einmal Gastgeber, wobei die Schüler jeweils bei Gasteltern untergebracht werden. Die Zahl der Eltern, die bereit sind, Gastschüler aufzunehmen, stellt dabei den wichtigsten Faktor dar, wenn es darum geht, wie viele Schüler von der Jugendbegegnungsmaßnahme direkt profitieren können. Auch für die begleitenden Lehrer ist die Begegnung mit Kollegen im Ausland sehr gewinnbringend.

 

Ein Hauptziel unseres COMENIUS-Projekts ist es, einen lebendigen Dialog über die eigene Kultur und die der Nachbarländer anzuregen, wobei diese Gespräche auf Englisch stattfinden. Zahlreiche klassische und moderne Medien werden dabei von den Schülern genutzt, um ihr individuelles Wissen über ihre eigene Kultur zu vertiefen wie auch um zu erforschen, welche historischen und gegenwärtigen Faktoren das Leben der anderen geprägt haben und prägen. Es werden Veranstaltungen und Führungen organisiert, Präsentationen und Quizspiele erstellt, und dies natürlich weitestgehend von den Schülern selbst. Des Weiteren soll es auch möglichst viel Kontakt außerhalb der Begegnungswochen geben, daher wird in wöchentlichen Sitzungen der Projektgruppen oder Wahlkursen das nächste Treffen vorbereitet, wobei ein bestimmter Aspekt der Kultur oder Geschichte des Nachbarlandes herausgegriffen wird, mit dem Ziel, die jeweiligen Untersuchungsergebnisse und Erkenntnisse anschaulich zu visualisieren. Einen Einblick in die bisherige Arbeit kann man auf der Website des Projekts bekommen:

http://meetingpointcomenius.wordpress.com

Otmar Küspert

Schüler der Q12 in der für die Comeniusgruppe geöffneten Kirche

Kaiser Franz, Zar Alexander und Napoleon nach er Dreikaiserschlacht

Kennenlernrunde - nach Nationen gut gemischt           

Im Museum von Klobouky

 

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