Junge Herderianer in den Labors der Uni Erlangen

So früh wie möglich das Interesse an Technik wecken - das war die Intention einer Veranstaltung im Rahmen der Kooperationsvereinbarung zwischen der Technischen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg und dem Herder-Gymnasium Forchheim. Prof. Dr. Ingo Hahn vom Lehrstuhl für elektrische Antriebe und Maschinen hatte speziell für die 9. Klassen des Herder-Gymnasiums eine abwechslungsreiche Besichtigungstour durch Labore verschiedener Lehrstühle zusammengestellt.

 

 

 

Effiziente Batterien, überlistete Motoren und ein knallender Lichtbogen

Die Schülerinnen und Schüler erfuhren von den Werkstoffwissenschaftlern, welche neuen  Materialien erforscht werden, um Batterien zu verbessern oder effizientere Solarzellen zu entwickeln. Bei den Elektrotechnikern konnten sie versuchen, eine Motorsteuerung zu überlisten, die z.B. zum Steuern der Leitwerke in Flugzeugen verwendet wird. In der Hochspannungshalle rief nach einem lauten Knall ein kreisender Lichtbogen höchste Begeisterung hervor und im Reinraum des Lehrstuhls für Elektronische Bauelemente waren die Jugendlichen nicht zuletzt von den lustigen Mänteln und Haarnetzen fasziniert, die jeder anziehen musste.
Gerade die speziellen Ausbildungsrichtungen - musisch und sprachlich - und der hohe Anteil an Mädchen macht das "Herder" für die Technische Fakultät interessant, reift hier doch potentieller Nachwuchs für ein Ingenieurstudium heran, der größtenteils nicht schon von vornherein technikbegeistert ist.

Weichenstellung für den beruflichen Werdegang?

Die für einen Uni-Besuch ungewöhnlich niedrige Jahrgangsstufe 9 wurde gewählt, weil für die Jugendlichen schon in einem halben Jahr die Wahl ihrer Fächer für die Oberstufe ansteht, was als erste Weichenstellung für den beruflichen Werdegang der Gymnasiasten angesehen werden muss. Wer in den Jahrgangsstufen 11 und 12 nur noch wenig über Naturwissenschaft und Technik erfährt, wird wohl kaum ein Studium solcher Fachrichtungen beginnen. Nach wie vor gibt es aber in Deutschland einen Mangel an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern - und es gibt zu wenige Frauen unter ihnen.

Werner Hennig

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