"Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen?" Auf diese Frage, die sich schon der alte Goethe gestellt hatte, können 33 Schülerinnen und Schüler des Herder- und des Ehrenbürg-Gymnasiums nun Auskunft geben. Am 20. Mai starteten sie zum 10-tägigen Schüleraustausch nach Rovereto, der seit mehr als 28 Jahren zwischen den beiden Forchheimer Gymnasien und dem Liceo Ginnasio Statale Antonio Rosmini intensiv gepflegt wird. Für die Schüler war ein reichhaltiges Programm geschnürt, um ihnen breit gefächert das Hineinschnuppern in italienische Lebensart und vor allem in regionale Lebensbedingungen zu ermöglichen. Um hautnah italienisches Lebensgefühl zu spüren, waren die Schüler auch einzeln in Gastfamilien untergebracht. Neben Aktivitäten in den Familien wurden auch gemeinsame Ausflüge unternommen.
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Mittwoch, 20.Mai : Nach der Ankunft in Rovereto nehmen die italienischen Gastfamilien unsere Schüler in Empfang. Mit Händen und Füßen und ein wenig "Ditalienisch" ist die erste Nacht gut zu meistern.
Donnerstag, 21. Mai : Die Schüler lernen italienisches Schulleben kennen. Nach der Begrüßung durch die Schulleiterin und dem Besuch einer Unterrichtsstunde wird Rovereto und die städtische Umgebung erkundet. Die Besichtigung der weltbekannten Friedensglocke darf dabei nicht fehlen. Anschließend gestalten Schüler aus Rovereto die Stadtführung.
Freitag, 22. Mai : An diesem Tag steht der Ganztagesausflug nach Vicenza und Verona auf dem Programm. Bei italienischen Wetterbedingungen (strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 30 Grad) kann man im Garten der Villa Capra-Valmarana herrlich lustwandeln sowie zwischen Rosenrabatten, Bambushainen und unter Schatten spendenden Bäumen über dies und das diskutieren. Um einen kleinen Eindruck von Verona zu erhalten, werden die Arena, die Piazza delle Erbe, der Balkon der Julia und die Skaliger-Burg besucht. Und natürlich haben die Schüler auch noch genügend Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, um reiche Beute zu machen (diverse Degen, Masken, Taschen und sonstige veronesische Souvenirs). Diese Eindrücke werden abends bei einem gemeinsamen deutsch-italienischen Pizza-Essen ausgetauscht.
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Samstag, 23. Mai : Dio mio, italienische Schüler haben es manchmal gar nicht so leicht, samstags ist Schulpflicht. Aber nach einer Unterrichtsstunde geht es dann für die Forchheimer zum Castel Sabbionara nach Avio. Anschließend steht das restliche Wochenende den Schülern und ihren Gastfamilien zur freien Verfügung.
Montag, 25. Mai : Nach dem freien Wochenende zieht es die Schüler heute zu einer weiteren städtebaulichen Perle : Venedig. Vom Busfahrer am Rande der Lagunenstadt abgesetzt, geht es nun quer durch die überfüllte Stadt, durch kleine verwinkelte Gassen, über tausende von Brücken, vorbei an den unterschiedlichsten, bunt dekorierten Läden und einer unendlichen Anzahl von Bars und Restaurants, in Richtung Markusplatz. Dort wird der Markusdom besichtigt. Die Rückweg zum Busbahnhof wird auf der Wasserstraße genommen : mit dem vaporetto geht es entlang des Canal Grande durch die Stadt. Am Ende dieses beeindruckenden Tages kann man wahrlich sagen, dass Venedig eine Stadt ist, die man mit allen Sinnen intensiv wahrnehmen kann.
Dienstag, 26. Mai : Heute wird Sport und Bewegung groß geschrieben. Nach einer Fahrt in die Berge führt der Weg auf Schusters Rappen zum Monte Biaena, der Erholung in fast unberührter Natur bietet. Trotz saharaähnlicher Temperaturen haben alle Schüler den Gipfel, über zum Teil auch steile und herausfordernde Wegpassagen, erklommen.
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Mittwoch, 27. Mai :
Goethe fest im Blick, (der diesen Weg, wenngleich unter weitaus beschwerlicheren Umständen, bereits vor mehreren hundert Jahren beschritt), nähert man sich dem Gardasee. Zu Fuß geht es durch Malcesine und, nach einer Schifffahrt, durch Limone. Nach solch einem Tag in solch einer Landschaft bleibt nur noch zu sagen : "Hier bin ich Mensch, hier will ich sein."
Donnerstag, 28. Mai :
Nach einer Unterrichtsstunde wird ein Weingut im Vallagarina besichtigt, wo die Schüler Interessantes zum Weinanbau erfahren. Der Abend bleibt dann den Familien vorbehalten, da es nun leider Packen und Abschiednehmen heißt.
Freitag, 29. Mai :
Zehn überaus interessante und auch emotional berührende Tage sind vergangen und so verläuft der Abschied doch zum Teil sehr herzlich. Tröstend ist nur, dass wir diesmal nicht so lange auf den Gegenbesuch warten müssen, denn bereits Mitte Juni heißt es "Benvenuti a Forchheim".
Ruth Konrad